Der richtige Pflanzzeitpunkt ist im Gewächshaus wichtig für gesunde Pflanzen und eine zuverlässige Ernte. Besonders Tomaten und Gurken reagieren sensibel. Sie mögen keine Kälte. Temperaturschwankungen bremsen ihr Wachstum.
Wer zum richtigen Zeitpunkt pflanzt und die unterschiedlichen Ansprüche der Kulturen berücksichtigt, schafft stabile Bedingungen für kräftige Pflanzen, starke Wurzeln und eine gleichmäßige Entwicklung. Das zahlt sich aus.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wann Tomaten und Gurken im Gewächshaus sicher gepflanzt werden können. Sie erhalten klare Zeitangaben. Zudem geben wir praktische Hinweise, mit denen Sie typische Fehler vermeiden und von Beginn an gute Erträge fördern.
Das Wichtigste in Kürze
- Der optimale Pflanzzeitpunkt hängt von der Region und den Temperaturen ab
- Gurken und Tomaten benötigen warme Böden und frostfreie Bedingungen
- Die Vorbereitung des Gartens oder Gewächshauses ist essentiell
- Standortansprüche und Bodenqualität unterscheiden sich bei beiden Gemüsesorten
- Gemeinsame Kultivierung erfordert besondere Aufmerksamkeit
- Sorgfältige Planung sichert gesunde Pflanzen und reiche Ernten
- Praktische Tipps unterstützen sowohl Anfänger als auch erfahrene Gärtner
Die richtige Pflanzzeit: Wann pflanzt man Gurken und Tomaten?
Die Temperaturen im Frühjahr geben den entscheidenden Impuls für die Pflanzung. Frostempfindliche Gewächse benötigen konstante Wärme für ein gesundes Wachstum.
Tomaten und Gurken pflanzen Sie im Gewächshaus nach den Eisheiligen, wenn kein Nachtfrost mehr droht. Die genauen Termine hängen von der Beheizung des Gewächshauses und der Vorzucht der Pflanzen ab.
Für die Aussaat im geschützten Bereich bietet sich das zeitige Frühjahr an. Ein beheiztes Gewächshaus erlaubt einen früheren Start. Hier können robuste Jungpflanzen bereits Ende April ihren festen Platz einnehmen.
In einem ungeheizten Gewächshaus ist Gedraft gefragt. Die sichere Phase beginnt oft erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Diese traditionelle Bauernregel markiert das Ende der Frostperiode.
Pflanzzeiten Tomaten
Tomatenpflanzen mit einer Höhe von etwa 20–25 cm können ab Mitte bis Ende April in ein beheiztes Gewächshaus gesetzt werden. In ein ungeheiztes Gewächshaus pflanzen Sie diese besser ab Anfang Mai. Warten Sie dabei auf dauerhaft frostfreie Nächte, in der Regel ab dem 15. Mai. Eine etwas tiefere Pflanzung fördert die Bildung zusätzlicher Wurzeln.
Pflanzzeiten Gurken
Gurkenpflanzen mit mindestens 20 cm Höhe pflanzen Sie ab Mitte Mai in ein ungeheiztes Gewächshaus, da sie Temperaturen von mindestens 14–15 °C benötigen. In einem beheizten Gewächshaus ist eine frühere Pflanzung möglich, meist ab Ende April.
Die folgende Tabelle zeigt die idealen Zeiträume im Überblick:
| Gemüsesorte | Pflanzung im beheizten Gewächshaus | Pflanzung im ungeheizten Gewächshaus | Mindestgröße der Jungpflanzen |
|---|---|---|---|
| Tomaten | Ende April | Ab Mitte Mai | 20-25 cm |
| Gurken | Anfang Mai | Mitte Mai | 20 cm |
Eine zu frühe Pflanzung kann das Wachstum stark beeinträchtigen. Kalte Böden und nächtliche Kälte führen zu Stress. Planen Sie daher die Voranzucht so, dass die Setzlinge zum richtigen Termin kräftig genug sind.
Wichtige Hinweise
- Pflanzen Sie Tomaten und Gurken möglichst nicht zusammen. Gurken benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und Schutz vor Zugluft, Tomaten hingegen trockene Luft und viel Sonne. Planen Sie daher getrennte Zonen im Gewächshaus oder einen jährlichen Wechsel ein.
- Für die Vorzucht ziehen Sie beide Kulturen ab März bis April auf der Fensterbank vor und pflanzen sie nach den Eisheiligen ins Gewächshaus aus.
- Bereiten Sie den Boden gut vor, indem Sie reifen Kompost einarbeiten und auf eine lockere, gut drainierte Erde achten.
Vorbereitung für den Anbau im Gewächshaus
Bevor die wärmeliebenden Pflanzen einziehen, benötigt das Gewächshaus eine sorgfältige Reinigung. Im Mai wird Platz geschaffen, wenn vorgezogene Sommerblumen ins Freie umsiedeln.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=xZ3jas99RUA
Entfernen Sie gründlich alle Pflanzenreste vom Vorjahr und vorhandenes Unkraut. Diese Hygiene-Maßnahme verhindert Krankheiten und Schädlingsbefall von Beginn an. Der Boden sollte keimfrei, locker und luftig sein für optimales Wurzelwachstum. Lockern Sie die Erde tiefgründig auf und arbeiten Sie Kompost in die oberste Schicht ein.
Die folgende Tabelle zeigt die essenziellen Vorbereitungsschritte:
| Arbeitsschritt | Ziel | Optimale Zeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Komplettreinigung | Keimfreiheit | Anfang Mai | Alte Pflanzenreste entfernen |
| Bodenlockerung | Durchlüftung | Vor der Pflanzung | 15-20 cm tief |
| Kompost-Einarbeitung | Nährstoffversorgung | 1 Woche vor Pflanzung | Oberste 10 cm |
Nicht nur Wärme ist entscheidend für gesunde Entwicklung. Ausreichend Licht und gute Belüftung im Gewächshaus-Inneren sind ebenso wichtig. Diese Vorbereitung legt den Grundstein für kräftiges Gemüse wie Paprika und andere Sorten. Sorgfältige Arbeit jetzt sichert später reiche Ernten.
Tipps zur Standortwahl und Fruchtfolge
Die räumliche Anordnung im geschützten Bereich entscheidet über Wuchs und Ertrag. Beide Gemüsearten stellen unterschiedliche Ansprüche an ihren Platz.
Tomaten vertragen problemlos mehrere Jahre am selben Standort. Sie können Jahr für Jahr an der gleichen Stelle im Gewächshaus gedeihen. Der Boden wird dabei nicht übermäßig beansprucht.
Gurken benötigen dagegen einen jährlichen Wechsel des Platzes. Diese Fruchtfolge verhindert Bodenmüdigkeit und Krankheitsbefall. Erst nach vier Jahren dürfen sie wieder an den ursprünglichen Standort zurückkehren. In kleinen Gewächshäusern ist diese Rotation schwierig. Begrenzter Platz erschwert den regelmäßigen Wechsel. Clevere Planung hilft, diese Hürde zu meistern. Tomaten bevorzugen gut belüftete Bereiche nahe der Tür. Gurken fühlen sich im wärmeren, hinteren Teil des Gewächshauses wohler. Diese Aufteilung nutzt die klimatischen Unterschiede optimal aus.
Die Einhaltung dieser Grundsätze sichert gesunde Pflanzen und reiche Ernten. Selbst bei beengten Verhältnissen lassen sich gute Ergebnisse erzielen.

Optimale Bodenvorbereitung und organische Düngung
Eine durchdachte Bodenvorbereitung entscheidet über die Vitalität der Kulturpflanzen. Beide Gemüsearten haben unterschiedliche Ansprüche an ihre Nährstoffversorgung. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede:
| Gemüsesorte | Nährstoffbedarf | Optimale Substratmischung | Besondere Vorbereitung |
|---|---|---|---|
| Gurken | Sehr hoch (Starkzehrer) | Stroh, Kompost, Pflanzerde | Mistheizung mit Verrottungswärme |
| Tomaten | Hoch | Kompost, Hornspäne | Tiefe Pflanzlöcher mit Nährstoffdepot |
Für die Starkzehrer unter den Pflanzen eignet sich eine lockere Substratmischung. Stroh, Komposterde und hochwertige Pflanzenerde speichern optimal Wasser. Klein geschnittenes Stroh setzt seine Energie schneller frei. Beim Mischen kann zusätzlicher organischer Dünger zugegeben werden. Hornmehl wirkt dabei schneller als Hornspäne.

Eine spezielle Mistheizung wärmt den Boden von unten. Dafür wird ein Beet zwei Spatenlängen tief ausgehoben. Die Grube füllt man mit Kompost, Mist und Stroh. Darüber kommt Gartenerde. Die Verrottung entwickelt wertvolle Wärme für das Wachstum. Diese Methode unterstützt besonders wärmebedürftige Pflanzen. Für tief wurzelnde Sorten bieten Pflanzlöcher mit Kompost und Hornspänen ideale Startbedingungen. Die richtige Vorbereitung sichert gesunde Entwicklung und reiche Ernte.
Praktische Anleitungen: Gurken in Kübeln pflanzen
Die Kultivierung in großen Kübeln bietet eine flexible Alternative zur Bodenpflanzung. Diese Methode gibt dem Gewächshausboden wichtige Erholungsphasen. Für gesundes Wachstum benötigen die Pflanzen ausreichend Wurzelraum. Ein Behälter mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen ist ideal. Noch besser sind 40 Liter für optimale Entwicklung.
| Kübelgröße | Mistschicht | Pflanzentyp | Wassermenge beim Angießen |
|---|---|---|---|
| 20-40 Liter | 10-15 cm | Veredelte Sorten | 2-3 Liter |
| Ausreichend für Wurzelwachstum | Abgelagerter Mist | Mehltau-resistent | Gründliche Bewässerung |
| Flexible Platzierung | Nährstoffbasis | Robuste Pflanzen | Sofortige Versorgung |
Veredelte Gurken-Sorten zeigen besondere Robustheit. Sie sind resistent gegen Mehltau und andere Krankheiten. Die Auswahl reicht von kleinen Früchten bis zu langen Schlangengurken. Beim Einpflanzen bleibt die Veredelungsstelle über der Erde. So behält die Pflanze ihre widerstandsfähigen Eigenschaften. Nach dem Setzen mit reichlich Wasser angießen.
Für Schlangengurken gilt besondere Aufmerksamkeit. Aus jeder Blattachse wächst ein neuer Trieb. Schneiden Sie diesen nach der zweiten Frucht ab. Regelmäßiges Gießen verhindert bitteren Geschmack. Bei Trockenheit bilden sich Bitterstoffe. Kontinuierliche Feuchtigkeit sichert aromatische Ernte.
Jungpflanzen von der Fensterbank ins Beet
Vor dem endgültigen Umzug ins Freiland benötigen zarte Gemüsepflanzen eine sanfte Eingewöhnung. Ohne diese Vorbereitung riskieren Sie Wachstumsstörungen oder kümmerliche Entwicklung.
Die intensive Sonne kann für geschützte Jungpflanzen gefährlich werden. Ähnlich wie menschliche Haut bekommen die empfindlichen Blätter einen Sonnenbrand bei plötzlicher UV-Bestrahlung. Starten Sie die Gewöhnung an das natürliche Licht mit zwei Tagen im Schatten. Anschließend gewöhnen Sie die Pflanzen stundenweise an die Sonne. Jeden Tag verlängern Sie die Exposition etwas.
Nach etwa ein bis zwei Wochen sind die Gewächse bereit für das Beet. Der ideale Zeitpunkt liegt ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen. Doch achten Sie auf die aktuellen Temperaturen.
Pflanzen aus geschützter Umgebung kennen kaum Luftbewegungen. Sanfte Windgewöhnung in einer geschützten Kiste beugt Schäden vor.
Nächtliche Kälte stellt eine weitere Herausforderung dar. Lassen Sie die jungen Tomaten und Paprika sich tagsüber an Temperaturschwankungen gewöhnen. Bei kalten Nächten warten Sie besser einige Tage. Durch diesen Prozess lagern die Pflanzen schützende Inhaltsstoffe ein. Sie werden widerstandsfähiger gegen Umweltstress. Robuste Jungpflanzen wachsen im Beet schneller an und tolerieren kühlere Perioden.
Kombination von Gurken und Tomaten im Gewächshaus?
Die Kombination zweier beliebter Gemüsesorten unter einem Dach erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unterschiedliche klimatische Bedürfnisse stellen die größte Hürde dar.
Während eine Sorte warme, feuchte Luft bevorzugt, benötigt die andere kühlere Bedingungen mit guter Belüftung. Direkte Nachbarschaft führt oft zu Problemen.
Entweder entwickeln die feuchtigkeitsliebenden Pflanzen Mehltau oder die belüftungsbedürftigen Sorten bekommen Braunfäule. Die Ursache liegt in der Luftfeuchtigkeit.
| Parameter | Ideale Bedingungen Gurken | Ideale Bedingungen Tomaten | Lösungsansatz |
|---|---|---|---|
| Luftfeuchtigkeit | Hoch (70-90%) | Niedrig (50-70%) | Zonentrennung |
| Belüftung | Gering | Stark | Separate Lüftung |
| Nachttemperaturen | Mind. 15°C | Mind. 13°C | Gemeinsames Minimum |
Ein Gewächshaus mit mindestens 8 Quadratmetern Grundfläche und zwei Dachfenstern schafft die Basis für erfolgreiche Zweizonen-Bewirtschaftung.
Räumliche Trennung ist entscheidend. Platzieren Sie die belüftungsbedürftigen Sorten nahe der Tür. Die feuchtigkeitsliebenden Gewächse kommen in den hinteren Bereich. Gießen Sie stets direkt an den Wurzeln. Vermeiden Sie Benetzung der Blätter. Dies beugt Pilzerkrankungen vor. Als Begleiter eignen sich Paprika und verschiedene Kräuter. Sie teilen ähnliche klimatische Vorlieben und nutzen den Platz optimal.
Fazit
Die Mühe der Vorbereitung zahlt sich durch reiche Ernten und gesunde Pflanzen aus. Von Ende April bis Mitte Mai liegt der ideale Zeitraum für die Pflanzung. Sorgfältige Planung und Vorbereitung des Gewächshauses sind wichtig für den Erfolg.
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